19 Uhr Stunde

Taxifahrer Jürgen Jockisch

Mit Jürgen auf dem "Highway To Hell"

Wer zu Jürgen Jockisch ins Taxi steigt, muss sich bewusst sein: Es gibt was auf die Ohren! Jürgens Herz schlägt für AC/DC. Für 24h Bayern hat er seine Lieblings-Songs zusammengestellt und plaudert im Interview aus dem Nähkästchen.

Warum muss es für Dich Rock-Musik sein?

Jürgen Jockisch: Musik ist natürlich Geschmackssache, aber ich will anspruchsvolle Musik: Bestehend aus Melodie, Harmonie, Rhythmus und eventuell Gesang, den man versteht. Mit der Mainstream-Musik aus den Radio-Charts, egal ob Pop oder Hip-Hop, kann ich nichts anfangen, weil das musikalische Können dahinter oft Kindergarten-Niveau hat und den Ansprüchen, die ich an Musik stelle, nicht gerecht wird.

 

Was macht AC/DC zu Deinen absoluten Favoriten?

Ich mag den fetten und druckvollen Sound, die verzerrten Gitarren, die Picking-Techniken. Ich mag den sehr bluesigen Charakter, die rebellischen, provozierenden Texte und den versoffenen, aggressiven Gesang – vor allem den von Bon Scott.

AC/DC sind seit über 40 Jahren ihrem Stil treu geblieben: ihr Sound ist einfach gestrickt, und trotzdem mitreißend! „Never touch a running system“, sagt man doch. Warum auch? Und genau dafür werden sie so geliebt: AC/DC-Fans gibt es in alles Altersgruppen und sozialen Schichten, wie man auf den Konzerten immer wieder sehen kann. Von 16 bis 60, der Banker neben dem Biker. Der Sound verbindet halt.

 

Gibt es bestimmt Lieder von AC/DC, die Du mit Momenten in Deinem Leben verbindest?

Zu „TNT“ bin ich schon als 18-Jähriger mit meinem A-Manta durch München geheizt, die 240 Watt Pioneer-Anlage auf Anschlag aufgedreht. Das Lied ist auch echt generationsübergreifend. Selbst Kinder kennen den Text.

„Crabsody in Blue“. Diesen Song hatte ich auf einer Vinyl-Platte, die mir irgendwann mal geklaut wurde. Was ich damals nicht wusste: Dieses Lied gab’s nur auf der australischen Pressung. Und ich hab zehn Jahre lang danach gesucht. Erst durchs Internet bin ich dann fündig geworden, und hab’s mir dann zwei Monate lang in Endlos-Schleife reingezogen.

Bei „Money-Talks“ flatterten die Dollar-Scheine mit Angus Young als Präsident drauf von der Decke. Zwei davon hab ich zu Hause.

 

AC/DC - Moneytalks (Official Video)
AC/DC - Moneytalks (Official Video)

Hast Du einen „großen Traum“?

Ein Traum, der wohl nie erfüllt wird, war immer: Einmal die Band im Taxi zu haben und ins Konzert zu fahren. Und im Hintergrund laufen ihre Songs. Da würde ich mir schön viel Zeit lassen, damit ich auch möglichst lang was davon hab.

 

Wie oft hast Du AC/DC live gesehen?

Ich war auf 6 Konzerten, aber ich hab nie Bon Scott erlebt – war damals für mich unerschwinglich, und das tut mir heute noch Leid.

 

Machst Du selbst Musik?

Ja, ich hab im Alter von fünf Jahren angefangen mit Musik machen: zuerst Akkordeon, klassischer Unterricht. Mit zehn kam Klavier dazu, mit sechzehn dann Gitarre. Später hab‘ ich dann in einigen Bands gespielt, aber, wenn man Familie hat, ist das Musiker-Leben damit nicht in Einklang zu bringen. Seitdem spiele ich nur noch für den Hausgebrauch, denn: Musik macht man ja in erster Linie für sich selbst

AC/DC-Fan Jürgen Jockisch: Sein Taxi-Branding ist Programm.
AC/DC-Fan Jürgen Jockisch: Sein Taxi-Branding ist Programm.

Jeder Taxifahrer hat lustige oder skurrile Geschichte zu erzählen. Was sind Deine?

Einmal hatte ich einen Schweizer Arzt als Fahrgast: Nach einer recht lustigen Fahrt hat er seine Tasche mit teuren Werkzeugen und Geräten in meinem Kofferraum vergessen. Als er sich viel später in einer Runde mit seinen Münchner Freunden traf, hat er ihnen von seinem Missgeschick erzählt, und mit Humor: „Naja, die Tasche ist wohl weg, aber wenigstens haben wir während der Fahrt noch richtig laut AC/DC gehört!“ Daraufhin einer der Freunde: „AC/DC?! … Da gibt’s nur Einen!“, zückt seine Handy und ruft mich an. Manchmal ist es echt gut, wenn man in der Stadt bekannt ist…

 

Autorin: Bidisha Dutta

Jürgen Jockisch - Taxifahrer und eingefleischter AC/DC-Fan.
Jürgen Jockisch grüßt die 24h Bayern-Zuschauer

24 mal AC/DC für 24 Stunden Bayern

Die Lieblings-Songs von Taxifahrer Jürgen:

  1. Moneytalks
  2. Thunderstruck
  3. T.N.T.
  4. Crabsody in Blue
  5. Highway to Hell
  6. Hells Bells
  7. Shoot to Thrill
  8. The Razor’s Edge
  9. Whole Lotta Rosie
  10. The Jack
  11. Dirty Deeds Done Dirt Cheap
  12. It’s a Long Way to the Top (If You Wanna Rock ‘n Roll)
  13. Let there be Rock
  14. For Those About To Rock (We Salute You)
  15. Night Prowler
  16. If You Want Blood (You’ve Got It)
  17. Touch Too Much
  18. You shook me all night long
  19. Stiff Upper Lip
  20. Back in Black
  21. Rock Or Bust
  22. Hard as a Rock
  23. Ain’t No Fun (Waiting Round To Be A Millionaire)
  24. Big Balls